Aktuell

Gerade jähren sich die Novemberpogrome von 1938 zum 80. Mal und mit ihnen ein erster Höhepunkt offenen Antisemitismus', der schon lange vor 1933 Schritt für Schritt wieder salonfähig wurde.

Bisher noch wenig beachtet ist die Vertreibung jüdischer Gäste aus den deutschen Ostseebädern, die mit dem Aufstieg der Seebäder im ausgehenden 19. Jahrhundert nicht lange auf sich warten ließ. Anhand von Briefen, Tagebuchauszügen und Reiseberichten zeichnet Kristine von Soden in »›Ob die Möwen manchmal an mich denken?‹ Die Vertreibung jüdischer Badegäste an der Ostsee« ein facettenreiches Bild jener Zeit bis 1937, als nahezu alle Orte und Strände für jüdische Badegäste verboten waren.

 

Das West-Berlin der 1970er Jahre porträtiert Annemarie Weber in »Die jungen Götter«; pointiert, mit scharfer Beobachtungsgabe und in dem ihr eigenen, unverkennbaren Ton, witzig und (selbst-)ironisch. Nach »Westend«, angesiedelt im Berlin der Jahre 1945/46, und dem »1968er-Roman« »Roter Winter« ist dies nun bereits der dritte Roman von Annemarie Weber im AvivA Verlag.

 

Vier Frauen, vier Lebensentwürfe, vier Episoden und ein Epilog aus dem Paris der 30er Jahre rund um Modeateliers, Filmsets, Avantgardetheater, Künstlerclubs, Bälle und Tavernen. Und ein Kleid.

»Das weiße Abendkleid« von Victoria Wolff, in der gebundenen Ausgabe das erste AvivA-Buch auf der Spiegel-Bestseller-Liste, ist nun mit völlig überarbeitetem Nachwort von Herausgeberin Anke Heimberg als Taschenbuchausgabe erschienen. Als Herbstlektüre wärmstens zu empfohlen!

 

An eine Autorin oder einen Autor, die oder der ermordet wurde oder sich das Leben genommen hat, soll mit der indiebookchallenge dieser Woche erinnert werden (#ermordeterautor #ermordeteautorin). Die »Auswahl« ist leider groß, allein aus unserem Programm sind es drei.

Lili Grün wurde 1942 im Vernichtungslager Maly Trostinec ermordet.

Virginia Woolf nahm sich 1941 das Leben.

Und Christa Winsloe wurde 1944 in Frankreich ermordet.

 

 

Mehr zu dieser schönen Aktion und unsere AvivA-Empfehlungsliste finden Sie hier.

 

Viel Freude beim Entdecken wünscht

 

Britta Jürgs

 

PS: Hier noch einmal der Hinweis auf die Initiative #verlagegegenrechts. Die gemeinsame Erklärung der teilnehmenden Verlage und Einzelpersonen finden Sie hier.

 

Neuerscheinungen

Victoria Wolff

Das weiße Abendkleid

 

»La joie tremblante« nennt der Pariser Couturier Partout ein weißes Abendkleid, das die Frau verändert, die es trägt, und ihr bisheriges Leben in Frage stellt: von der schwedischen Filmdiva Anne Lund über das Mannequin Sonja Putilew und die Kaufmannsgattin Maria Barthoud bis hin zu der aus Wien geflüchteten ehemaligen Medizinstudentin Ilka Wahla.

 

 

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Annemarie Weber

Die jungen Götter

 

– anlässlich des 100. Geburtstags von Annemarie Weber –

 

Ihre Freiheit und Ungebundenheit fasziniert sie, vor allem aber ihre Schönheit: Nachdem Frau Blau ihren gewalttätigen Mann vor die Tür gesetzt hat und sich ganz der Arbeit an ihrem Buch widmen will, kommen sie ihr immer wieder in die Quere, diese Männer unter dreißig, die »jungen Götter«. Und dann eröffnet die ehemalige Schauspielerin noch ein Theater im Hinterhof, das zum Treffpunkt der West-Berliner Boheme der 1970er wird.


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Kristine von Soden

Ob die Möwen manchmal an mich denken?

 

Mit dem Aufstieg der Seebäder im Wilhelminischen Kaiserreich kam sogleich auch der »Bäder-Antisemitismus« auf. »Judenrein!« lautete die Parole an der deutschen Ostseeküste, lange bevor der NS-Staat Wirklichkeit war. Schon im Wilhelminischen Kaiserreich drucken jüdische Zeitungen »Bäderlisten« ab, warnen vor Badeorten, in denen jüdische Gäste unerwünscht sind.

 

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Salome Benidze

Die Stadt auf dem Wasser

 

Helena träumt davon, ein Getränk aus der Berberitze zu erschaffen. Die Architektin Katharina entwirft ein Wohnviertel für die Ärmsten der Stadt. Und Ilaria wurde als Kind auf dem Meer ausgesetzt und von einem jungen Fischer gerettet, bleibt in der Stadt auf dem Wasser aber eine Fremde. In Benidzes farbig-poetischem Mosaik um sieben Frauen verschwimmen Märchenhaftes und Alltägliches, Fantasie, Realität, Traum und Zerstörung.

 

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Marina B. Neubert

Kaddisch für Babuschka

 

Eine Berliner Autorin lässt ihre Romanfigur Hannah nach Lemberg zu ihrer lange tot geglaubten jüdischen Großmutter reisen – um dann selbst Hals über Kopf ins Flugzeug nach Lemberg zu steigen, als sie vom Tod ihrer eigenen Großmutter erfährt. Zwei parallele Geschichten einer versuchten Begegnung, dem Ringen ums Begreifen, nicht zuletzt der eigenen Vergangenheit.

 

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Alma M. Karlin
Ein Mensch wird

 

Wie wird aus einem mit halbseitigen Lähmungen geborenen Mädchen, dem die Ärzte nur ein wenige Monate kurzes Leben prophezeihen, eine weltreisende Pionierin? 1930 verfasst die 1889 im deutsch-slowenischen Celje/Cilli geborene Alma M. Karlin ihre Autobiografie und wirft dabei kritisch-ironische Schlaglichter auf europäische Gesellschaften des frühen 20. Jahrhunderts.

 

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