Aktuell

Ob Usedom, Rügen, Samland, der Darß oder die mecklenburgische Küste: die Ostsee als Reiseziel lockt nicht erst seit gestern.

Ein wenig beachtetes Kapitel in der Geschichte der deutschen Ostseebäder nimmt Kristine von Soden mit »›Ob die Möwen manchmal an mich denken?‹« in den Blick: Mit dem Aufschwung der Bade- und Kurorte im Wilhelminischen Kaiserreich ließ auch der »Bäderantisemitismus« nicht lange auf sich warten. Schilderungen des sommerlichen Bäderalltags, Briefe und Tagebuchauszüge jüdischer »Badeprominenz« wie Hannah Arendt, Dora Diamant, Mascha Kaléko, Eva und Victor Klemperer oder Kurt Tucholsky verbindet Kristine von Soden zu einem lebendigen Bild jener Zeit vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis 1937.

 

Ebenfalls im Juni erschienen ist – anlässlich des 100. Geburtstags der Autorin – Annemarie Webers Roman »Die jungen Götter«. Nach ihren anderen beiden Berlin-Romanen »Westend« und »Roter Winter«, die im Berlin der Jahre 1945/46 bzw. 1968 angesiedelt sind, ist es diesmal das West-Berlin der 1970er, das Weber voll Witz und (Selbst-)Ironie porträtiert.

 

Eine schöne Gelegenheit, die Romane, Gedichte und Feuilletons unserer Zwanziger-Jahre-Autorin Lili Grün kennenzulernen, gibt es am 10. August bei unserer Lesung mit Herausgeberin Anke Heimberg in Berlin. Seien Sie ganz herzlich eingeladen!

 

Vor die Qual der Wahl stellte uns die #indiebookchallenge dieser Woche (»Lies ein Buch mit einer Illustratation auf dem Umschlag!«). Wie wäre es zum Beispiel mit Silvia Tennenbaums Roman »Rachel, die Frau des Rabbis«? Oder mit einem Ausflug ins 18. Jahrhundert mit Andrea Weisbrod und »Madame de Pompadour und die Macht der Inszenierung«?

Hier geht's zur AvivA-Übersicht zur Indiebookchallenge.

 

Sommerliche Grüße aus Berlin-Moabit

Britta Jürgs

 

Neuerscheinungen

Annemarie Weber

Die jungen Götter

 

– anlässlich des 100. Geburtstags von Annemarie Weber –

 

Ihre Freiheit und Ungebundenheit fasziniert sie, vor allem aber ihre Schönheit: Nachdem Frau Blau ihren gewalttätigen Mann vor die Tür gesetzt hat und sich ganz der Arbeit an ihrem Buch widmen will, kommen sie ihr immer wieder in die Quere, diese Männer unter dreißig, die »jungen Götter«. Und dann eröffnet die ehemalige Schauspielerin noch ein Theater im Hinterhof, das zum Treffpunkt der West-Berliner Boheme der 1970er wird.


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Kristine von Soden

Ob die Möwen manchmal an mich denken?

 

Mit dem Aufstieg der Seebäder im Wilhelminischen Kaiserreich kam sogleich auch der »Bäder-Antisemitismus« auf. »Judenrein!« lautete die Parole an der deutschen Ostseeküste, lange bevor der NS-Staat Wirklichkeit war. Schon im Wilhelminischen Kaiserreich drucken jüdische Zeitungen »Bäderlisten« ab, warnen vor Badeorten, in denen jüdische Gäste unerwünscht sind.

 

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Marina B. Neubert

Kaddisch für Babuschka

 

Eine Berliner Autorin lässt ihre Romanfigur Hannah nach Lemberg zu ihrer lange tot geglaubten jüdischen Großmutter reisen – um dann selbst Hals über Kopf ins Flugzeug nach Lemberg zu steigen, als sie vom Tod ihrer eigenen Großmutter erfährt. Zwei parallele Geschichten einer versuchten Begegnung, dem Ringen ums Begreifen, nicht zuletzt der eigenen Vergangenheit.

 

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Lessie Sachs

Das launische Gehirn

 

Mal voller Humor und Selbstironie, mal nachdenklich und melancholisch: Die Gedichte der deutsch-jüdischen Schriftstellerin Lessie Sachs sind heute zu Unrecht nahezu in Vergessenheit geraten.

 

Mit diesem Band erscheinen zahlreiche ihrer Gedichte und Prosatexte erstmals in Buchform.

 

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Victoria Wolff

Das weiße Abendkleid

 

»La joie tremblante« nennt der Pariser Couturier Partout ein weißes Abendkleid, das die Frau verändert, die es trägt, und ihr bisheriges Leben in Frage stellt: von der schwedischen Filmdiva Anne Lund über das Mannequin Sonja Putilew und die Kaufmannsgattin Maria Barthoud bis hin zu der aus Wien geflüchteten ehemaligen Medizinstudentin Ilka Wahla.

 

 

 

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Alma M. Karlin
Ein Mensch wird

 

Wie wird aus einem mit halbseitigen Lähmungen geborenen Mädchen, dem die Ärzte nur ein wenige Monate kurzes Leben prophezeihen, eine weltreisende Pionierin? 1930 verfasst die 1889 im deutsch-slowenischen Celje/Cilli geborene Alma M. Karlin ihre Autobiografie und wirft dabei kritisch-ironische Schlaglichter auf europäische Gesellschaften des frühen 20. Jahrhunderts.

 

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Virginia Woolf / Tobias Schwartz

Bloomsbury & Freshwater

 

Eine Komödie von Virginia Woolf? Tatsächlich. In einem kleinen Küstenort auf der Isle of Wight wird der Dienst an der Kunst ins Groteske getrieben. Die AkteurInnen: Künstlerpersönlichkeiten des Viktorianischen Zeitalters, allen voran die Fotografin Julia Margaret Cameron. Tobias Schwartz hat Woolfs heute fast vergessenes Theaterstück neu übersetzt und mit dem Rahmenstück »Bloomsbury« versehen.

 

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Salome Benidze

Die Stadt auf dem Wasser

 

Helena träumt davon, ein Getränk aus der Berberitze zu erschaffen. Die Architektin Katharina entwirft ein Wohnviertel für die Ärmsten der Stadt. Und Ilaria wurde als Kind auf dem Meer ausgesetzt und von einem jungen Fischer gerettet, bleibt in der Stadt auf dem Wasser aber eine Fremde. In Benidzes farbig-poetischem Mosaik um sieben Frauen verschwimmen Märchenhaftes und Alltägliches, Fantasie, Realität, Traum und Zerstörung.

 

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