Aktuell

Ein hundertster Geburtstag ist wahrlich Grund genug für eine Neuerscheinung »außer der Reihe«!
Die Rede ist von Annemarie Weber, die am 8. Juni 100 Jahre alt würde, und deren Roman »Die jungen Götter« im Juni bei uns erscheint. Erstmals veröffentlicht 1974, steht er in der Tradition von Webers Berlin-Romanen »Westend«, der im Berlin der Jahre 1945/46 angesiedelt ist, und »Roter Winter«, in dem Weber die so gegensätzlichen Welten von West-Berliner Dekadenz und Studentenrevolte um 1968 aufeinanderprallen lässt. In ihrem ebenfalls autobiografisch gefärbten Roman »Die jungen Götter« porträtiert Annemarie Weber nun das West-Berlin der 1970er-Jahre – pointiert, mit scharfer Beobachtungsgabe und in dem ihr eigenen Ton voller Witz und (Selbst-)Ironie.

Noch eine weitere Neuerscheinung können wir bereits für den Sommer ankündigen: In »›Ob die Möwen manchmal an mich denken?‹ Die Vertreibung jüdischer Badegäste an der Ostsee« widmet sich Kristine von Soden einem bislang wenig beachteten Kapitel in der Geschichte der deutschen Seebäder. Anhand von Schilderungen des sommerlichen Badebetriebs, Tagebucheinträgen, Briefen und Reiseberichten zeichnet sie ein plastisches und lebendiges Bild von der Zeit des späten Kaiserreichs bis ins Jahr 1937, als nahezu alle Orte und Strände für jüdische Badegäste verboten waren. Nach »›Und draußen weht ein fremder Wind ...‹ Über die Meere ins Exil« erscheint damit bereits ihr zweites Buch im AvivA Verlag.  Am 15. Juni wird Kristine von Soden ihr Buch in Ahrenshoop vorstellen.

 

Mehr zu unseren Neuerscheinungen finden Sie in unserer Vorschau!

 

Am 26. Mai ging die Indiebookchallenge in die zehnte Woche: Das Motto heißt: Lies ein Buch, dessen Autor*in dem Namen nach Mann oder Frau sein könnte #mannfrauautor. Wir empfehlen »Von Frauen enthüllt« von Salean A. Maiwald!

Wir haben eine Übersicht zu dieser etwas ungewöhlichen und sehr schönen Aktion zusammengestellt, die so manche Entdeckung bereithält.

 

Frühlingshafte Grüße aus Berlin-Moabit

Britta Jürgs

 

 

Neuerscheinungen

Annemarie Weber

Die jungen Götter

 

– erscheint Mitte Juni anlässlich des 100. Geburtstags von Annemarie Weber –

 

Ihre Freiheit und Ungebundenheit fasziniert sie, vor allem aber ihre Schönheit: Nachdem Frau Blau ihren gewalttätigen Mann vor die Tür gesetzt hat und sich ganz der Arbeit an ihrem Buch widmen will, kommen sie ihr immer wieder in die Quere, diese Männer unter dreißig, die »jungen Götter«. Und dann eröffnet die ehemalige Schauspielerin noch ein Theater im Hinterhof, das zum Treffpunkt der West-Berliner Boheme der 1970er wird.


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Kristine von Soden

Ob die Möwen manchmal an mich denken?

 

– erscheint Mitte Juni –

 

Mit dem Aufstieg der Seebäder im Wilhelminischen Kaiserreich kam sogleich auch der »Bäder-Antisemitismus« auf. »Judenrein!« lautete die Parole an der deutschen Ostseeküste, lange bevor der NS-Staat Wirklichkeit war. Schon im Wilhelminischen Kaiserreich drucken jüdische Zeitungen »Bäderlisten« ab, warnen vor Badeorten, in denen jüdische Gäste unerwünscht sind.

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Marina B. Neubert

Kaddisch für Babuschka

 

Eine Berliner Autorin lässt ihre Romanfigur Hannah nach Lemberg zu ihrer lange tot geglaubten jüdischen Großmutter reisen – um dann selbst Hals über Kopf ins Flugzeug nach Lemberg zu steigen, als sie vom Tod ihrer eigenen Großmutter erfährt. Zwei parallele Geschichten einer versuchten Begegnung, dem Ringen ums Begreifen, nicht zuletzt der eigenen Vergangenheit.

 

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Lessie Sachs

Das launische Gehirn

 

Mal voller Humor und Selbstironie, mal nachdenklich und melancholisch: Die Gedichte der deutsch-jüdischen Schriftstellerin Lessie Sachs sind heute zu Unrecht nahezu in Vergessenheit geraten.

 

Mit diesem Band erscheinen zahlreiche ihrer Gedichte und Prosatexte erstmals in Buchform.

 

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Victoria Wolff

Das weiße Abendkleid

 

»La joie tremblante« nennt der Pariser Couturier Partout ein weißes Abendkleid, das die Frau verändert, die es trägt, und ihr bisheriges Leben in Frage stellt: von der schwedischen Filmdiva Anne Lund über das Mannequin Sonja Putilew und die Kaufmannsgattin Maria Barthoud bis hin zu der aus Wien geflüchteten ehemaligen Medizinstudentin Ilka Wahla.

 

 

 

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Alma M. Karlin
Ein Mensch wird

 

Wie wird aus einem mit halbseitigen Lähmungen geborenen Mädchen, dem die Ärzte nur ein wenige Monate kurzes Leben prophezeihen, eine weltreisende Pionierin? 1930 verfasst die 1889 im deutsch-slowenischen Celje/Cilli geborene Alma M. Karlin ihre Autobiografie und wirft dabei kritisch-ironische Schlaglichter auf europäische Gesellschaften des frühen 20. Jahrhunderts.

 

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Virginia Woolf / Tobias Schwartz

Bloomsbury & Freshwater

 

Eine Komödie von Virginia Woolf? Tatsächlich. In einem kleinen Küstenort auf der Isle of Wight wird der Dienst an der Kunst ins Groteske getrieben. Die AkteurInnen: Künstlerpersönlichkeiten des Viktorianischen Zeitalters, allen voran die Fotografin Julia Margaret Cameron. Tobias Schwartz hat Woolfs heute fast vergessenes Theaterstück neu übersetzt und mit dem Rahmenstück »Bloomsbury« versehen.

 

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Salome Benidze

Die Stadt auf dem Wasser

 

Helena träumt davon, ein Getränk aus der Berberitze zu erschaffen. Die Architektin Katharina entwirft ein Wohnviertel für die Ärmsten der Stadt. Und Ilaria wurde als Kind auf dem Meer ausgesetzt und von einem jungen Fischer gerettet, bleibt in der Stadt auf dem Wasser aber eine Fremde. In Benidzes farbig-poetischem Mosaik um sieben Frauen verschwimmen Märchenhaftes und Alltägliches, Fantasie, Realität, Traum und Zerstörung.

 

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Die Frühjahrsausgabe der Virginia Frauenbuchkritik ist zur Leipziger Buchmesse erschienen. Hier können Sie sie bestellen!

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Vorschau Herbst 2018