HOTLIST 2022-Nominierung für Aphra Behn

Bücher "Illusionen" (links) und "Drei Gespräche über einen Mann und andere Hörspiele" (rechts) von Ruth Rehmann liegen nebeneinander auf der Erde

Unsere zweibändige Werkausgabe mit Romanen, Erzählungen, Dramen und Gedichten von Aphra Behn, von Tobias Schwartz herausgegeben und übersetzt, ist für die HOTLIST 2022 nominiert!

Welche zehn Titel es schließlich auf die Hotlist schaffen, entscheiden Sie mit: Bis zum 15. August wird online abgestimmt. Wir freuen uns sehr, wenn Sie für die schon von Virginia Woolf und Vita Sackville-West hochgelobte, unkonventionelle und überraschend moderne erste Schriftstellerin Englands stimmen. Hier sind die 30 Bücher aus unabhängigen Verlagen, die für die HOTLIST nominiert sind. Und hier geht es zum Wahllokal!

 

Am 1. Juni wäre Ruth Rehmann 100 Jahre alt geworden. Nachdem mit »Drei Gespräche über einen Mann und andere Hörspiele« bereits Rehmanns Hörstücke aus den 1970er- und 1980er-Jahren bei uns erschienen sind, haben wir nun, ebenfalls herausgegeben von Werner Jung, ihren großartigen Roman »Illusionen« neu aufgelegt, der ein scharfes und eindrückliches Bild einer von Wirtschaftswunder-Euphorie und Verdrängung geprägten Nachkriegsgesellschaft zeichnet. Es gab einige schöne und gut besuchte Veranstaltungen im Juni und ein reges Presseecho, darunter eine schöne Besprechung von Katharina Döbler im RBB Kultur, die Sie hier zum Nachhören finden.

 

Den Lebens- und Arbeitsbedingungen vorwiegend jüdischer Autorinnen aus Deutschland, Österreich und der Tschechoslowakei, die ab 1933 in Großbritannien Zuflucht suchten, widmet sich Doris Hermanns in »›Und alles ist hier fremd‹. Deutschsprachige Schriftstellerinnen im britischen Exil«, das ebenfalls im Mai erschienen ist. Gerade hat sie im Deutschlandfunk Büchermarkt mit Gisa Funck darüber gesprochen (nachzuhören hier). 

 

Sehr gefreut haben wir uns über das große Interesse und den regen Austausch bei unserer AvivA-Matinee am 8. Mai, zugleich die Buchpremiere von Marina B. Neuberts neuem Roman »Was wirklich ist«. Dass der Roman plötzlich eine erschreckend aktuelle Dimension bekommen würde, haben wir vor dem Erscheinen so nicht geahnt. Ein ausführliches Interview der in Lemberg/L'viv geborenen Autorin mit Sigrid Brinkmann können Sie im Deutschland Archiv der Bundeszentrale für politische Bildung nachlesen.

 

Ebenfalls in diesem Frühjahr und mit sehr positiver (Presse-)Resonanz (zuletzt von Ulrich Sonnenschein auf hr2) erschienen ist der rasante Reisebericht von Somerville & Ross: »Durch Connemara. Mit dem Eselskarren in Irland« von 1893, erstmals ins Deutsche übersetzt und herausgegeben von Elvira Willems. Das Autorinnen-Duo entführt ins Irland des späten 19. Jahrhunderts und bietet neben der äußerst amüsanten Lektüre zugleich eine scharfsinnige Auseinandersetzung mit den gewaltigen politischen und sozialen Umbrüchen jener Zeit.

 

In diesem Jahr feiert der AvivA Verlag sein 25. Jubiläum und unser Herbstprogramm fällt so üppig aus wie noch nie: mit Rose Macaulays großartigem Roman »Was nicht alles«, den Josefine Haubold erstmals ins Deutsche übersetzt hat, Iris Schürmann-Mocks Spurensuche zu 25 Schriftstellerinnen aus drei Jahrhunderten, »Ich finde es unanständig, vorsichtig zu leben«, Luise F. Puschs Aufzeichnungen über ihre Kindheit und Jugend in den 1950er/1960er Jahren, »Gegen das Schweigen«, mit der Nummer 70 von »Frauen und Film« zum Thema »Räume« sowie den Neuausgaben von Lili Grüns Berlin-Roman »Alles ist Jazz« und von Alice Rühle-Gerstels Roman »Der Umbruch oder Hanna und die Freiheit«. Hier können Sie in der Herbstvorschau blättern, zum Download geht es hier.

 

»Lies ein Buch mit einer oder mehreren Novellen« heißt die #Indiebookchallenge im August, #NovellenBuch. Wir empfehlen wärmstens »Die Stadt auf dem Wasser« von Salome Benidze, die Iunona Guruli 2017 aus dem Georgischen übersetzt hat, und Irène Alensfelds »Geschichten von Damals«, »Der Kipod«. Mehr zu dieser tollen Aktion und eine Übersicht über unsere AvivA-Empfehlungen finden Sie hier.

 

Viel Spaß beim Lesen!

 

Herzliche Grüße

Ihre Britta Jürgs

 

Doris Hermanns

»Und alles ist hier fremd«

 

Zahlreiche, meist jüdische Schriftstellerinnen fanden ab 1933 Zuflucht in Großbritannien. Welche Lebens- und Arbeitsbedingungen prägten die Existenz im Exil?

Welche Rolle spielen Herkunft und Sprache für das Leben und die Identität als Schriftstellerin? Doris Hermanns gibt aufschlussreiche Einblicke in individuelle Biografien und nimmt historische und soziale Zusammenhänge in den Blick.

 

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Ruth Rehmann

Illusionen

100. Geburtstag am 1. Juni 2022

 

Im verglasten Großraumbüro im 13. Stock eines großen Konzerns beginnt Samstagnachmittag das Wochenende. Ruth Rehmann eröffnet ein Panorama an irritierenden, aufregenden und ernüchternden Realitäten, lässt uns an Träumen und Enttäuschungen ihrer vier Protagonist:innen teilhaben. Ein etwas anderer Blick auf die Wirtschaftswunderzeit und auch heute noch erstaunlich modern.

 

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Somerville & Ross

Durch Connemara

 

Irland als pittoreske Idylle? Nicht bei Somerville & Ross! 1890 reist das Autorinnen-Duo mit dem Eselskarren durch Connemara. Ihr rasanter und amüsanter Reisebericht, voller Humor und Selbstironie, ist zugleich eine scharfsinnige Auseinandersetzung mit den gewaltigen politischen und sozialen Umbrüchen in Irland zum Ende des 19. Jahrhunderts. Jetzt erstmals in deutscher Übersetzung von Elvira Willems.

 

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Marina B. Neubert

Was wirklich ist

 

Ein zehnjähriges Mädchen in einer bürgerkriegsgezeichneten Stadt in der nahen Zukunft die eine, eine Autorin im Jerusalem der Gegenwart die andere, beide tragen sie den seltenen Namen Mene und beide hängen zusammen. Was macht Wirklichkeit aus, was bedeuten Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft? Ein Roman zwischen Apokalypse, Hoffnung und Versöhnung. 

 

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Hanna Gagel

So viel Energie

 

Käthe Kollwitz schuf ihre berühmte »Pietà« im Alter von 70 Jahren, Louise Bourgeois war 88, als ihre gigantische Installation »Maman« in der Tate Modern begeisterte. In 16 Porträts von Künstlerinnen jenseits der 50 untersucht Hanna Gagel das Phänomen der späten Schaffenskraft und setzt positive Gegenakzente zum ungeliebten Bild des Alterns.

 

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Alma M. Karlin

Einsame Weltreise

 

1919 bricht Alma M. Karlin – allein und nur mit ihrer Schreibmaschine »Erika« im Gepäck aus ihrer Heimatstadt Celje/Cilli im heutigen Slowenien zu ihrer acht Jahre langen Weltreise auf. Durch ihre Reiseerlebnisbücher wird sie später weltberühmt. In »Einsame Weltreise« beschreibt Karlin die ersten vier Jahren ihrer Weltumrundung, von Europa nach Südamerika, Kalifornien und Hawaii nach Ostasien.

 

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Nellie Bly

Zehn Tage im Irrenhaus

 

1887 schleust sich die damals 23jährige Journalistin Nellie Bly undercover in die berüchtigte Frauenpsychiatrie auf Blackwell's Island, New York, ein. Ihre bahnbrechenden Reportage Zehn Tage im Irrenhaus  ist ein Meilenstein des investigativen Journalismus und ein wichtiges Dokument der Psychiatriegeschichte, erstmals ins Deutsche übersetzt von Martin Wagner.

 

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Annette Brauerhoch und Heike Klippel (Hg.)

Frauen und Film 70: Räume

 

Unterschiedlichste Perspektiven auf Räumlichkeit, filmischen und außerfilmischen Raum stehen im Zentrum der neuen Ausgabe der »Frauen und Film«.

 

 

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Rose Macaulay

Was nicht alles

 

Im England einer unbestimmten Zeit nach dem »Großen Krieg« hat die Regierung sich zum Ziel gesetzt, den Verstand der Bevölkerung zu fördern – mit zweifelhaften Methoden. Rose Macaulays 1918 erschiener, witzig-scharfsichtiger wie sozialkritischer Roman gilt als Inspiration für Aldous Huxleys »Schöne neue Welt« und ist in der Übersetzung von Josefine Haubold nun erstmals auf Deutsch zu lesen!

 

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Luise F. Pusch

Gegen das Schweigen

 

Von den Nachkriegsjahren durch die Wirtschaftswunderzeit in die »Swinging Sixties«: Geschichten wie die von Luise F. Pusch waren jahrzehntelang kaum erzählbar. Die Geschichte der Kindheit in Ostwestfalen, der Schülerin mit Liebe zur Musik, der Studentin in Hamburg ist auch die Geschichte einer lesbischen jungen Frau im Zeitalter der Ultra-Homophobie.

 

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 Iris Schürmann-Mock

»Ich finde es unanständig, vorsichtig zu leben«

 

Adrienne Thomas erreichte ein Millionenpublikum, Gabriele Reuters Roman »Aus guter Familie« erreichte 28 Auflagen, Diana Kempff wurde mit dem Kleist-Preis ausgezeichnet – doch Können und Erfolg sind keine Garantie gegen das Vergessen. Iris Schürmann-Mock stellt 25 deutschsprachige Schriftstellerinnen aus 250 Jahren vor und schlägt mit einer ergänzenden »Spurensuche« eine Brücke in die Gegenwart.

 

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Lili Grün

Alles ist Jazz

 

Berlin um 1930. Schauspielerin Elli ist wieder einmal ohne Engagement, die nächste Miete überfällig und die ­tägliche Mahlzeit besteht aus einem Teller Suppe. Gemeinsam mit einem bunten Trüpp­chen Gleichgesinnter hat sie das Kabarett-Kollektiv »Jazz« gegründet. Ein quirliger Roman aus dem Berlin der »Goldenen Zwanziger« zwischen Wirtschaftskrise, Massenarbeitslosigkeit, Idealismus und Aufbruch.

 

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Alice Rühle-Gerstel

Der Umbruch oder Hanna und die Freiheit

 

Die junge Kommunistin Hanna flieht aus dem nationalsozialistischen Berlin in ihre Geburtsstadt Prag. Sie findet illegale Arbeit bei einer liberalen Tageszeitung, begegnet in den Kaffeehäusern alten Freundinnen, misstrauischen Genossen und nationalsozialistischen Spionen – und obendrein auch noch ihrer bürgerlichen Herkunft.

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