Victoria Wolff

Gast in der Heimat

Wolff, Victoria: Gast in der Heimat
Hg. u. m. einem Nachwort v.
Anke Heimberg
336 Seiten
Hardcover m. Leseband
ISBN 978-3-949302-00-8
 
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Inhalt

Schon seit Generationen leben die protestantische Kaufmannsfamilie Dortenbach und die jüdische Fabrikantenfamilie Martell in der kleinen württembergischen Weinstadt. Fest und liebevoll verbunden fühlen sich Claudia Dortenbach und ihr Jugendfreund und späterer Ehemann, der Rechtsanwalt Dr. Helmuth Martell, daher Land und Leuten, Natur und Kultur ihrer schwäbischen Heimat. Familie, Kinder und Karriere laufen in den vorgezeichneten und gewünschten Bahnen: Die Martells fühlen sich sicher eingeordnet und sehr zufrieden.

Umso fassungsloser und anfangs wie betäubt erlebt Claudia Martell sodann das Erstarken und die Etablierung des Nationalsozialismus in der kleinen Stadt, die rasante Entfremdung und abrupte Abkehr von ihr einst vertrauten Menschen, langjährigen Freundinnen und Freunden, Vereinskameradinnen und -kameraden, ja engsten Familienmitgliedern unter dem wachsenden Einfluss der NS-Diktatur. Erst allmählich vermag sich die junge Frau aus ihrer inneren Lähmung zu lösen. Entschlossen und mutig findet sie für sich und ihre bedrohte Familie, den Mann und ihre beiden Kinder, schließlich ihren Weg aus den radikal veränderten Verhältnissen eines ihr fremd gewordenen Landes.


Der Roman »Gast in der Heimat« erschien Ende 1935 im renommierten Amsterdamer Exilverlag Querido. 1936 wurde er mit dem »Nachtrag I zur Liste 1 des schädlichen und unerwünschten Schrifttums« indiziert und in Deutschland verboten. 85 Jahre nach seinem Verbot erscheint der Roman nun erstmals bei uns als deutsche Buchausgabe mit einem informativen und aufschlussreichen Nachwort von Anke Heimberg.

 

Pressestimmen

»Die Schilderungen kleinstädtischer Verhältnisse sind gleichermaßen authentisch wie stilistisch brillant. Sie zeigen, wie sich mit der Faschisierung eine Gesellschaft der Ausgrenzung, Diskreditierung und Drangsalierung entwickelt.«

Christiana Puschak, junge Welt

»Wolffs Beobachtungsgabe geht mit der Fähigkeit einher, bildhaft und in feinen Nuancen zu schildern. Das bedient einen literarischen Anspruch ebenso wie einen erzählenden und historischen.«

Brigitte Fritz-Kador, Rhein-Neckar-Zeitung

»Victoria Wolff hat die Gabe, wunderbar fließend erklären zu können. Der streng chronologisch fortschreitende Roman liest sich fast wie ein Tagebuch, so unmittelbar, lebendig und authentisch lässt sie ihre Protagonistin Claudia ihr Leben reflektieren und es in der Ich-Form erzählen.«

Petra Lohrmann, Gute Literatur – Meine Empfehlung

 

»Überhaupt machen das Buch und seine Autorin einen so sympathischen Eindruck, dass man nur das Land bedauern kann, das es dem engstirnigen Fanatismus erlaubt hat, sie ins Exil zu treiben.«

(Bonniers Litterära Magasin, 1936)

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Gast in der Heimat
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