Migration

Frauen und Film, Heft 67

Frauen und Film, Heft 67: Migration
Migration. Frauen und Film, Heft 67
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Migration

 

Bilder formatieren Migration. Die zahlreichen Dokumentarfilme, Fotografien, Fernsehbeiträge, Videoarbeiten und auch Spielfilme, die gegenwärtig Migration zum Thema machen und inszenieren, bilden nicht einfach eine vorfindliche Realität ab und kommentieren diese, sie speisen sie in unser gesellschaftliches Imaginäres ein. Innerhalb des letzten Jahrzehnts ist Migration im deutschsprachigen Raum (endlich) zu einem bevorzugten Thema in experimentellen, installativen und videokünstlerischen Arbeiten geworden. Zuvor war das Feld – bis auf wenige Ausnahmen, wie Angela Melitopoulos wegweisende Videoarbeit Passing Drama (D 1999) – vor allem von Spiel- und Dokumentarfilmen (und Fernsehproduktionen) bestimmt. Nach Jahrzehnten, in denen Migration überhaupt erst mit Hilfe von Spielfilmen als Erzählung zu einem Teil des Geschichtsraumes »Deutschland« werden konnte (einem Land, das sich bis vor Kurzem noch des Neologismus des »Nichteinwanderungslandes« zur Selbstverständigung bedient und Migration daher aus der offiziellen Historiographie ausgeblendet hat) steht heute an, Migration als Weise des Denkens und der Wahrnehmung auch von der Zuspitzung auf die Geschichte der (ost- und west-)deutschen Arbeitsmigration zu lösen. Migration ist damit als Perspektive zu begreifen, die es einzunehmen gilt: nicht als Bild, sondern als Ereignis verstanden.

 

»Frauen und Film« bei AvivA

Die Filmzeitschrift »Frauen und Film« ist die erste feministische filmtheoretische Zeitschrift Europas. Die Zeitschrift wurde 1974 von der Filmregisseurin Helke Sander in Berlin gegründet, zog 1983 nach Frankfurt am Main und wurde dort im Stroemfeld Verlag zunächst von Karola Gramann, Gertrud Koch und Heide Schlüpmann, später mit erweitertem Herausgeberinnenkreis herausgegeben.
Nun, nach 47 Jahren, kehrt »
Frauen und Film« nach Berlin zurück, um erstmals beim AvivA Verlag zu erscheinen. Die Zeitschrift befasste sich in den Anfangsjahren vor allem mit den praktischen Bedingungen von Filmproduktion sowie der Ausbildungssituation und setzte sich kritisch mit Sexismus im Film und der Entwicklung einer feministischen Filmkritik und -geschichtsschreibung auseinander. So spielten Themen wie die Ästhetik des faschistischen Films, Krieg und Kino, Masochismus, Avantgarde und Experiment und in neuerer Zeit Film und Medien, Autorinnenfilmerinnen und Migration eine Rolle. Zunächst als politisches Agitationsforum gedacht, das sich für die Entwicklung einer Frauenfilmpolitik und -kultur einsetzte, hatte der erste Umzug nach Frankfurt eine Neuausrichtung der Zeitschrift in der Tradition der Frankfurter Schule mit Fokus auf Filmtheorieentwicklung und Filmgeschichtsschreibung zur Folge.
Mit der Rückkehr nach Berlin wollen wir diese Tradition fortführen und uns im neuen Heft – nun mit veränderten Vorzeichen – wieder stärker mit vernachlässigten Aspekten der Filmpraxis auseinandersetzen.

 



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Die Zeitschrift Frauen und Film erscheint künftig im AvivA Verlag
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